Das wissenschaftliche Prekariat – drei Porträts
von Dagmar Weidinger
Annemarie Steidl - „Ein Jahr USA – das habe ich mir verdient.“
Ein Besuch bei Annemarie Steidl führt in die historische Dependance, ins Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte gleich neben dem Hauptgebäude der Universität Wien am Schottentor. Hier arbeitet die 44-jährige Historikerin noch bis Ende 2009 als Firnberg-Stipendiatin an ihrer Habilitation zum Thema Ungarische Auswanderung in die USA zur Zeit der Monarchie. Um Migration und Mobilität zwischen Europa und Amerika geht es nicht nur in ihrer Forschung, Steidls Lebensweg weist viele Stationen diesseits und jenseits des Atlantiks auf.
1984 kommt die gebürtige Oberösterreicherin zum Geschichte-Studium nach Wien. Als eine der Ersten sitzt sie im Keller des neuen Institutsgebäudes und bearbeitet große geschichtliche Datenmengen. „Zu Beginn der 80er Jahre steckte der Personal Computer noch in den Kinderschuhen“, erzählt Steidl. „Ich war begeistert von den neuen Möglichkeiten der Statistik für die Geschichtsforschung.“ Rasch wird die neugierige Studentin Mitglied des Vereins „History & Computing“, der die Computeranwendung in der historischen Forschung und Lehre ausbauen will.