RAISON

Zeitschrift für gesellschaftliche Entwicklung

RAISON - Österreich

Audimaxismus und Minoritengruft

von Elsa Hackl

Der Artikel geht der Frage nach, warum die studentischen Proteste im Herbst 2009 gegen den Bologna-Prozess in Österreich ihren Ausgangspunkt nahmen. Dazu werden zunächst die Forderungen der Studierenden beleuchtet und anschließend gefragt, an wen sich diese richten, inwieweit also die nationalstaatliche oder europäische Ebene gefordert ist.

Der Bologna-Prozess verfolgt das Ziel, bis 2010 einen Europäischen Hochschulraum zu schaffen, um Mobilität und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hochschulen zu stärken. Der Prozess wurde 1999 durch die sogenannte Bologna Deklaration von HochschulministerInnen aus 29 europäischen Staaten ins Leben gerufen. Seitdem haben jedes zweite Jahr - damit sechs Mal solche MinisterInnentreffen stattgefunden. Dabei hat sich die Anzahl der teilnehmenden Staaten auf 46 plus die Europäische Kommission erhöht. Die ursprünglichen Ziele des Prozesses (Einführung eines zweigliedrigen Studiensystems: Bachelor-und Masterstudium, eines Leistungspunktesystems, eines Diplomzusatzes um die Abschlüsse vergleichbar zu machen und Kooperation in der Qualitätssicherung) wurden im Zuge des Prozesses erweitert (lebenslanges Lernen, employability, Doktoratsstudien). Die Erreichung dieser Ziele wird durch nationale Berichte und ein Monitoring überprüft. Dadurch werden jene für die nationalen Systeme verbindlicher.

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Krise der Universitäten – was nun?

von Arno Tausch

In diesem Artikel wird versucht, eine radikale Reformperspektive für die österreichischen Universitäten zu entwickeln. Dabei greife ich eine einfache, einsichtige, und bereits 1991 in der weit verbreiteten Zeitschrift Die Zukunft entwickelte Idee auf, die eine volle Universitätsdemokratie mit freier Wahl der universitären Leitungsgremien mit nach den Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf gestaffelten Studiengebühren kombiniert. Die dritte, damals vorgeschlagene Säule einer Universitätsreform wären verstärkte Maßnahmen der Internationalisierung gewesen.

Im genannten, 1991 in der „Zukunft“ erschienenen Artikel [1, S. 5-9] wurde argumentiert, dass nach dem Fall der Berliner Mauer die kontinentaleuropäische Universität die letzte Bastion der ineffizienten Zentralverwaltungswirtschaft sei, und dass endlich eine angloamerikanische Reformperspektive, die summa summarum einen breiten Hochschulzugang und international anerkannte Ausbildungsqualität ermögliche, angepeilt werden solle.

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