B wie Bildung und Bologna – was sonst?
von Gertrude Brinek
Bildung und Bildungsinstitutionen sind im Gespräch und damit Gegenstand sowohl öffentlicher als auch von Experten geführter Auseinandersetzungen. Während im schulischen Bereich die Frage des gerechten Zugangs zu (höherer) Bildung dominiert, rankt sich die Hochschuldiskussion um die grundlegende These von der Unverzwecktheit universitärer Bildung und ihrer Organisation.
Die letzten Reformen und Neuerungen, im speziellen das Universitätsgesetz 2002, haben in Österreich Veränderungen bewirkt, die sowohl bei der betroffenen Community als auch in der Öffentlichkeit große und zugleich ambivalente Resonanzen hervorgerufen haben. Damit war auch zu rechnen, hieß es doch Abschied nehmen von langjährigen Traditionen wie der strukturellen Anlage der Universitäten als nachgeordnete Dienststellen des Ministeriums, einer mikrogesteuerten Personalpolitik, der budgetären Abwicklung von getrenntem Personal- und Sachaufwand qua kameralistischer Systeme, dem bis dahin ungeregelten konkurrenzlosen Universitätszugang u. a. m. Die Kunst lag darin, sich in einem zweifellos nur für Insider überschaubaren, hierarchischen System, d. h. auch ohne geeignete datengestützte Grundlage, zurechtzufinden.